Früher habe ich viel mit der Spindel in der Bahn oder auch im Bus gesponnen. Bei den schleswig-holsteinischen Überlandbussen gibt es oft nur Sitzplätze. Da muss man nur schauen, das man am Gang sitzt und als Rechtshänder oder -spinner auf der linken Seite. Dann kann man sehr schön den Gang runter spinnen, der etwas tiefer liegt als die erhöhten Sitzreihen.
Im Zug geht es auch sehr gut ... zumindest auf den Abteilplätzen oder in den alten Regionalbahnen mit den 4er-Sitzecken. Wobei ich für's Zug-/Busfahren extrem gerne meine uralte Agil-Tiefwirtelspindel nehme. Sie dreht nicht besonders gut, aber es ist absolut ausreichend für eine Sitzbankhöhen, so dass man sich nicht so arg hetzen muss, um eine gut und schnelldrehende Spindel rechtzeitig aufzustoppen, bevor der durch die niedrige Sitzhöhe begrenzte Faden völlig überdreht ist. Außerdem ist die Spindel recht kurz und das spart weitere Fadenlängenverluste durch überlange Spindelschäfte...
Aber eines kann ich Euch raten:
Nehmt nie eine Handspindel am Vatertag mit in die Bahn!!!!!!!!!!
Da hatte ich mal eine Begegnung der seltsamen Art. Ich war früh morgens auf dem Weg von Flensdorf nach Lübeck, wo ich mit meiner Schwester verabredet war und auf einen Kunsthandwerkermarkt gehen wollte. Obwohl ich schon um 6 Uhr morgens losfuhr, waren auch da schon Männerhorden ... oder besser Grüppchen mit SH-Ticket unterwegs. Gegen 8 Uhr stieg dann ein solches, schon extrem angeheitertes Grüppchen zu. Diese interessierten sich zu meinem Leidwesen sehr für "das Drehdings" und wollten wissen, was das sei. Dies versuchte ich ihnen, so gut es ging, zu erklären. Leider glaubten sie mir nicht und meinten ich würde sie verscheißern. So entspann sich dann ein ziemliches Diskussionsgewirr. Nachdem ich dann auch nach X Stationen alles betteln, dass ich ihnen nun endlich sagen solle, für was "das Drehdings" nun wirklich sei, keinen Erfolg hatte und ich steif und fest bei meiner ersten Erklärungsversion blieb, kamen dann zwei dieser Gruppe auf die glorreiche Idee, sie müssten "das Drehdings" nun auch einmal ausprobieren und ließen sich absolut nicht abwimmeln. Wie diese Spinnversuche unter starken Alkoholeinfluss dann ausgesehen haben, kann man sich kaum vorstellen. Irgendwie war das schon extrem lustig ... auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie der Tonwirtel der Spindel das überhaupt überleben konnte.
Wenn ich das nächste Mal an Vatertag mit einer Spindel Bahn fahren will, dann nehme ich ein paar massive Holzrad- und CD-Spindeln mit ... die kann ich dann an die angeheiterten Vatertag'ler verteilen und komme so in den Genuss einer kostenlosen Slapstick-Vorführung der "spinnerten" Art
