Ich hab da meine eigene Theorie, auf die ich gekommen bin, nachdem ich die ersten Standspindelchen gedrechselt hatte und auf irgendeinem Mittelaltermarkt erklären sollte, wozu die gut sind und warum die in einem Schälchen laufen.
Schließlich war's ja so, dass auch die feinen und blaublütigen Mädels Handarbeiten verrichten mussten: Sticken, Nähen oder Spinnen. Meist für irgendwelche Kirchenutensilien, also Altartücher, Stolen und ähnliches.
Zum Spinnen von z.B. Seide geht nunmal so ein Standspindelchen am besten. Und jeder, der sowas schonmal probiert hat, weiss, dass die Spindel möglichst reibungsfrei in der Schale laufen sollte.
Zu dem Zweck ist sie am besten richtig spitz. Und wemmer so einem Spindelchen in der Schale zuguckt, dann stellt man fest, dass die - weil sie ja seitlich nicht wegkann und vielmehr zu "taumeln" beginnt - auch "tanzt"...
So zumindest meine Idee dazu - die ich einfach schön fand, weil da alles so gut passt.
